Presseinformation

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart gestartet

Presseinformation März 2017

Mit einer Kick-Off-Veranstaltung am 28. März 2017 im Fraunhofer-Institutszentrum hat das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart seine Arbeit aufgenommen. Ziel der neuen Einrichtung, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird, ist ein praxisnaher Wissenstransfer, um den Mittelstand im Südwesten fit für die digitale Transformation zu machen.

Lebensqualität im Alter: Per Videokonferenz kann die Pflegekraft oder der Arzt live für ein persönliches Gespräch zugeschaltet werden. Bei Bedarf können die Senioren Vitaldaten, die über Sensoren am Körper gemessen werden (z.B. Puls, Blutdruck, Temperatur etc.) über Mobilgeräte während des persönlichen Videogesprächs einfach an die Pflegekraft senden.

Die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg haben ab sofort zwei neue Anlaufstellen, wenn es um Fragen zu Industrie 4.0-Anwendungen und Digitalisierungslösungen geht: In Stuttgart und Karlsruhe bieten die Partner des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums praxisnahe Unterstützungsangebote – angefangen von der Identifikation unternehmenseigener »4.0-Innovationspotenziale« bis hin zur Begleitung bei der konkreten Umsetzung. »Gerade kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe verfügen nur selten über eigene Forschungsbudgets, um die Entwicklung und Umsetzung digitaler Lösungs­ansätze gezielt vorantreiben zu können. Um den digitalen Wandel jedoch erfolgreich meistern zu können, benötigen sie unsere aktive Unterstützung. Hierzu kann das Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart einen entscheidenden Beitrag leisten«, erklärt Oskar Vogel, Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT).

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum gibt KMU Orientierung, wie sie den Weg der digitalen Transformation gehen können.

Das Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis

Wie Wissenschaft in der Praxis ankommt, konnten die rund 150 Gäste aus Industrie, Wissenschaft und Politik bei der Kick-Off-Veranstaltung direkt erleben. »Anhand von praxisnahen Schulungskonzepten und konkreten Handlungshilfen zeigen wir gemeinsam mit unseren Partnern, was 4.0 speziell für den Mittelstand bedeutet und wie Unternehmen die Potenziale neuer Technologien nutzen können«, erläuterte Prof. Anette Weisbecker, stellvertretende Institutsleiterin des Fraunhofer IAO. »Dabei geht es sowohl um die Entwicklung neuer Produkte als auch um Digitalisierungsstrategien im Ganzen, also für Geschäftsmodelle, Prozesse oder Produkte«, so Weisbecker weiter. Die Praxisvorträge wurden entsprechend gemeinsam von je einem Partner aus der Industrie und einem Forschungspartner bestritten und zeigten smarte Lösungen für die Montage und Automation sowie für Gesundheit, Wohl und Pflege. Die anschließenden Touren im Future Work Lab, dem im Februar neu eröffneten Innovationslabor für Arbeit, Mensch und Technik, sowie dem Applikationszentrum am Fraunhofer IPA, wurden ergänzt durch mobile Demonstratoren der Karlsruher Partner: das FZI Forschungszentrum Informatik zeigte mit »Smart Health« digitale Lösungen für den Bereich Gesundheitswesen, das Fraunhofer IOSB präsentierte aktuelle angewandte Forschung zum Thema »IT-Sicherheit«. Die praxisnahen Szenarien stellten die große Bandbreite digitaler Wertschöpfungsprozesse greifbar dar. »Dieses Zentrum ist deshalb enorm wichtig, weil insbesondere kleine Unternehmen bei der Einführung von Industrie 4.0 noch immer zurückhaltend sind. In den individuell zugeschnittenen Schulungen und Workshops sowie mit den Demonstratoren bei uns im Fraunhofer-Institutszentrum können wir den Unternehmen helfen, bestehende Hürden zu überwinden und sie dabei unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern«, betonte Prof. Thomas Bauernhansl, Institutsleiter des Fraunhofer IPA.

Das IT-Sicherheitslabor für industrielle Produktionsnetze des Fraunhofer IOSB analysiert und verhindert den Ernstfall.

Praxisnahe Handlungshilfen für KMU

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum ist eines von derzeit elf Kompetenzzentren, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der Initiative »Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse« fördert. Ziel ist es, KMU sowie das Handwerk bei ihrem digitalen Transformationsprozess zu begleiten und dabei zu unterstützen, neue Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu entwickeln und für sich zu nutzen. Der Förderschwerpunkt »Mittelstand-Digital« setzt sich zusammen aus den Förderinitiativen »Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse«, »eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern« und »Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand«.

Neben Workshops, Informationsveranstaltungen und Anwendungsdemonstrationen bietet das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart praxisnahe Schulungskonzepte und Handlungshilfen sowie die Begleitung von interessanten Umsetzungsprojekten, für die sich KMU bewerben können.

 Zu den Partnern des neuen Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums zählen neben den Fraunhofer-Instituten für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, für System- und Innovationsforschung ISI und für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, die Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand BWHM GmbH, das FZI Forschungszentrum Informatik, die Steinbeis-Stiftung, der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA sowie die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Baden-Württemberg.