Hybride Prozessketten

Additive Fertigungsverfahren bieten beeindruckende Freiheiten bei der Produkt- und Bauteilgestaltung, sind aber dennoch mit Limitierungen behaftet. Die Möglichkeiten und Grenzen von additiven und konventionellen Verfahren sind oftmals komplementär: Bei der additiven Fertigung ist die Geometriefreiheit beinahe grenzenlos, dafür ist die Materialpalette sehr eingeschränkt. Genau umgekehrt verhält es sich bei konventionellen Verfahren. Somit entstehen interessante Möglichkeiten, wenn die unterschiedlichen Verfahren kombiniert werden. Angefangen von integrierter Elektronik und mikrosystemtechnische Komponenten bis hin zum hybriden Leichtbau entstehen spannende Anwendungen durch die direkte Interaktion von additiven und konventionellen Prozessen.

Am Fraunhofer IPA werden derartige hybride Prozesse und Prozessketten fokussiert auf bestimmte Anwendungen entwickelt. Ziel ist es, die Grenzen additiver Verfahren zu überwinden und diese Verfahren auch dort nutzbar zu machen, wo bislang der Einsatz der Technologie noch nicht möglich war. Dazu werden additive Verfahren in automatisierten Prozessketten mit anderen Verfahren kombiniert oder es entstehen gänzlich neue Prozesse in dem einzelne Elemente aus additiven und konventionellen Verfahren zu einem neuartigen Prozess zusammengefügt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Integration von Mikromontage und Minimalmengendosierung in einen Inkjet-basierten additiven Prozess, wodurch elektronische Schaltungen direkt in additive gefertigte Produkte integriert werden können.