Beispiele aus der Praxis

Enthaftung einer UV-Beschichtung

Schadensbild
Die UV-gehärtete Beschichtung lässt sich mit einem Tape ohne weitere Krafteinwirkung vom Substrat abziehen.


Analysierter Fehler
Es wurden keine benetzungsstörenden Substanzen auf dem Substrat detektiert. Allerdings zeigt die infrarotspektroskopische Analyse des Doppelbindungsumsatzes, dass die Beschichtung nicht bis zur Grenzfläche zum Substrat durchgehärtet ist.


Lösungsansatz
Im Prozess wurden UV-Lampen teilweise ausgetauscht, wobei die Ersatzlampen nicht optimal für den vorliegenden Lack geeignet
sind. Es müssen wieder geeignete Strahlungsquellen für den Härtungsvorgang eingesetzt werden.

 

Abblättern einer Zinkstaubfarbe

Schadensbild
Zinkstaubfarbe an einer Produktionsanlage blättert massiv ab und stört den Produktionsprozess.


Analysierter Fehler
Mittels thermogravimetrischer Analyse wurde nachgewiesen, dass die eingesetzte Zinkstaubfarbe zu deutlichem Bindemittelabbau
unter Temperatureinwirkung neigt und somit für die Produktionsanalge im vorgegebenen Temperaturbereich ungeeignet ist.


Lösungsansatz
Aufgrund der thermischen und chemischen Belastung in der Produktionsanlage ist die Einführung eines stabileren Lacksystems mit geeigneten Belastbarkeitsgrenzen zu empfehlen.

 

Abdruckstellen auf dem Klarlack

Schadensbild
Der Klarlack ist deutlich weicher als üblich und neigt zur Ausbildung von Abdruckstellen bereits bei leichtem Andrücken.


Analysierter Fehler
Mittels infrarotspektroskopischer Analyse wurde gezeigt, dass das Mischungsverhältnis von Stammlack und Härter des 2KKlarlackes deutlich außerhalb der Spezifikation liegt.


Lösungsansatz
Der 2K-Mischprozess war nicht richtig eingestellt und muss nachjustiert werden. Die prozessbegleitende analytische Kontrolle erlaubt eine Sicherstellung des richtig eingestellten Mischungsverhältnisses.

 

Teilweise Ablösung der Beschichtung von Metallteilen

Schadensbild
Scheinbar zufällig auftretende Enthaftungserscheinungen der Beschichtung auf massiven Metallteilen.


Analysierter Fehler
Die Beschichtung weist stark unregelmäßige Schichtdicken auf. Im Bereich der höheren Schichtdicken wurden mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie signifikante Mengen an Restlösemittel detektiert. Zusätzlich wurden mittels Dynamischer Differenzkalorimetrie eine für die vorliegende Anwendung zu niedrige Glasübergangstemperatur sowie Hinweise auf Nachhärtungsvorgänge festgestellt.


Lösungsansatz

Der Lack muss innerhalb der vorgegebenen Schichtdickenspezifikation appliziert und optimal ausgehärtet werden.