Lackiertechnikum

Die variable Lackierstraße verknüpft die Ansprüche der Industrie mit modernen wissenschaftlichen Analysenmethoden. Dazu erfüllt die Lackierlinie die Sauberkeits-, Klima- und Luftströmungsanforderungen der Automobilindustrie (z. B. Luftsinkgeschwindigkeit 0,1–0,5 m/s, beheiz- und befeuchtbar). Drei Lackierzonen mit Robotertechnik sind mit separaten Belüftungsanlagen und Lackabscheidesystemen ausgestattet und können durch ihre wandlungsfähige Ausstattung verschiedenste Anwendungen von Automobilbeschichtung über Schiffslackierung bis Kleinteilelackierung darstellen.

Es können alle flüssigen Lackmaterialien (lösemittelhaltige Lacke, 2K-Lacke, Wasserlacke, Pulverslurries, UV-härtende Systeme, Nano-Materialien, auch Suspensionen wie Emaille-Schlicker) verarbeitet werden.

Off-Line-Programmierung und Programm-Konvertierung der Roboter (jeweils über externe Dienstleister) ist ebenso möglich wie Teach-In-Verfahren. Die Roboter sind komplett mit Prozesstechnik ausgestattet. Des Weiteren stehen diverse flexibel handhabbare Hubgeräte und sonstige Manipulatoren zur Verfügung.

Durch zusätzliche mobile, modular aufgebaute Applikationstechnik (Dosiertechnik, auch 2-K, Prozesslüfte, Drehzahlregelung, etc.) ist eine schnelle Adaption an die jeweilige Aufgabenstellung möglich. Das Spektrum reicht von einfachen Prozessregelventilen über SPS-geregelte Applikationstechnik bis hin zu busfähigen Systemen.


Leistungsangebot:

  • Erfassung und Bewertung verschiedener applikationsspezifischer Parameter hinsichtlich Prozessoptimierung sowie als Eingangsgrößen für numerische Prozess-Simulation, auch mittels statistischer Versuchsplanung
    • Schichtdickenverteilung, Auftragswirkungsgrad, Appearance, etc.
    • Partikelgrößenverteilungen und Partikelgeschwindigkeiten mittels laseroptischer Methoden, Visualisierung mittels High-Speed-Kamera
    • Charakterisieren von Lackmaterialien; Parameter wie Dichte, Festkörper, Rheologie
    • Erstellen von Proben für weitergehende Technologieprüfungen
    • Primas-System zur Prozess-Parameter-Erfassung
  • Nachstellen kompletter Lackierprozesse, incl. Vorbehandlung und Trocknung
    • Einsatz von Originalwerkstücken möglich; Projektbeispiele: Karosserien oder Karosseriebestandteile (z. B. Türen), Scheibenwischarme, Motorblöcke, Stoßdämpfer, Flugzeug-Interieur-Teile, Fernsehgehäuse, Kransegmente, Kleinteile wie Handy-Schalen, Filter, Dachziegel
    • Entwicklung von Zerstäubern, Anlagenkomponenten und Applikationskonzepten
    • Validierung von Baugruppen (Zerstäuber und -komponenten, Reinigungsgeräte, etc.)
    • Erstellen von Machbarkeitsstudien (innovative Technologien, neue Produktionsabläufe)
    • Darstellen von Verfahrensalternativen unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Rahmenbedingungen (Zykluszeiten, Material- und Energiebedarfe, Kostenrechnung, etc.)