Videobasierte Potenzialanalyse

Verschwendung im Montageprozess ist ein Grund für Produktivitätsverluste in Montagesystemen. Die Verschwendungsarten können dabei verschiedene Gründe haben: Mangelnde Organisation in der Montage, hohe Laufwege zu den Stationen, hohe Umlaufbestände, etc. Allerdings ist es schwierig, diese durch reine Beobachtung des Prozesses zu quantifizieren. Aus diesem Grund hat das Fraunhofer IPA ein Tool zur Videoanalyse entwickelt, bei dem die Aufnahme des Montagevorgangs schnell bewertet und eine Aufteilung in die drei Arten der Bewegung - Wertschöpfung, Nebenarbeit und Verschwendung - vorgenommen werden kann. Eine graphische Darstellung macht die Anteile der jeweiligen Bewegungsart transparent.


Vorgehen bei der Videoanalyse

  1. Analyse der häufigsten Montageprozesse
  2. Ermittlung derjenigen Montageprozesse mit höchstem Einsparungspotenzial
  3. Durchführung der Videoanalyse
  4. Auswertung gemeinsam mit den Mitarbeitern
  5. Optimierungsvorschläge und Dokumentation


Ziele und Nutzen einer Videoanalyse

Hauptziel der Videoanalyse von Montagevorgängen ist, qualifizierte Aussagen über möglich Einsparungen für die Optimierung des bestehenden Montagesystems zu treffen.

Bei einer Optimierung gilt grundsätzlich: Der Anteil der Verschwendung sollte im neuen Montagesystem komplett eliminiert werden. Oft ist dies schon mit einer ergonomischeren Gestaltung der Montagestationen, Reduktion der Laufwege sowie einer optimierten Materialbereitstellung erreicht.

Der Anteil der Nebenarbeit kann bspw. durch den Einsatz von Mehrspindelschraubern mit automatischer Schraubenzuführung oder durch Halbautomatisierung von Teilprozessen reduziert werden. Auch die Optimierung der Zugriffssituation auf Montageteile wirkt nebenarbeitsreduzierend.