Ein robustes Strukturprotein mit interessanten Eigenschaften
»Hühnerfedern eignen sich nicht für Bettdecken oder Daunenjacken und nur ei ne sehr kleine Menge wird zu einem Mehl verarbeitet und an Großvieh verfüttert«, sagt Dmitry Grigoriev vom Fraunhofer IAP. »Der allergrößte Teil verrottet auf Mülldeponien oder wird verbrannt. Dabei enthalten Federn Keratin, ein robustes Strukturprotein mit interessanten Eigenschaften«, so der Chemiker weiter.
Wenn zu mikrofeinem Pulver gemahlenes Keratin mit Wasser vermischt und ausreichend dispergiert wird, bildet sich eine milchige Flüssigkeit, die nur sehr langsam von Mikroorganismen zersetzt werden kann. Damit hat Keratin nicht nur das Zeug zum kostengünstigen Füllstoff, sondern könnte auch als Grundstoff dienen für Lacke und Beschichtungen mit einer erhöhten Stabilität gegen mikrobiellen Befall. Bei Laborversuchen zeigte Keratin in Kombination mit geringen Zusätzen an Kupfersalzen oder -partikeln außerdem eine Schutzwirkung vor ultravioletter Strahlung. Damit könnten Keratinpartikel künftig Funktionen wahrnehmen, die auch Titanoxid aufweist. Dieses wirkt ebenfalls antibakteriell und schützt vor UV-Licht, gilt aber als möglicherweise krebserregend.