2. Preis: Remap – Rezyklate erreichen Neuwaren-Niveau in der dekorativen Kunststoffgalvanik
Das Verfahren ermöglicht erstmals hochwertige Class-A-Hochglanzoberflächen aus Kunststoffrezyklaten in der dekorativen Galvanik. Bislang scheiterte der Einsatz von Rezyklaten in der Kunststoffgalvanik an schwankender Materialqualität, Haftungsproblemen und sichtbaren Defekten. Remap löst diese Herausforderung durch ein mehrstufiges, rein mechanisches Recyclingverfahren, das eine hohe Sortenreinheit und kontrollierte Materialeigenschaften sicherstellt.
Das Verfahren trennt galvanisierte Ausschussteile in Kunststoff- und Metallfraktionen, bereitet das Material auf und führt es als galvanisierbares ABS-Rezyklat zurück in den Produktionsprozess. Das aufbereitete Material erreicht Neuwaren-Niveau in Optik, Funktion und Prozessstabilität und lässt sich zu 30 bis 100 Prozent einsetzen. Post-Industrial-Rezyklate lassen sich bereits heute vollständig im Kreislauf führen. Der CO2-Fußabdruck sinkt dabei um rund 30 Prozent. Das System ist serienfähig und in bestehende Galvanikprozesse integrierbar.
Geschäftsführer Dr. Felix Heinzler und Dr. Markus Dahlhaus, Leiter Entwicklung und Prozesstechnik bei BIA Kunststoff- und Galvanotechnik, nahmen die Auszeichnung auf dem Fachforum der SurfaceTechnology Germany 2026 entgegen. Die Fachjury würdigte mit dem Remap-Konzept eine Technologie, die den Weg zu einer zirkulären Galvanotechnik auf Premiumniveau öffnet und damit einen konkreten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft in der Oberflächentechnik leistet.