Es ist Fluch und Segen zugleich: Einerseits führt die schwankende Strommenge, die Windkraft- und Photovoltaikanlagen liefern, immer wieder zu einem Ungleichgewicht im Stromnetz. Wenn unerwartet Wolken aufziehen oder der erhoffte Wind ausbleibt, steht kurzfristig weniger Strom zur Verfügung als prognostiziert. Netzbetreiber müssen dann eilig Maßnahmen ergreifen, um Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dann schlägt die Stunde des sogenannten Regelleistungsmarkts. Dort werden kurzfristige Erhöhungen oder Reduktionen der nachgefragten Strommenge gehandelt.
Unternehmen, die in der Lage sind, ihren Stromverbrauch flexibel zu reduzieren oder zu steigern, können also andererseits auf diesem Regelleistungsmarkt gutes Geld verdienen. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn der Regelleistungsmarkt funktioniert nach einem speziellen Gebotsverfahren namens »Pay as bid«. Wer mit seinem Gebot unter dem tatsächlich realisierten Strompreis liegt, muss auf Einnahmen verzichten. Und wer sein Gebot zu hoch ansetzt, geht komplett leer aus.