Definition

Das Prinzip von frugalen Innovationen besteht darin, mehr Nutzen für die Zielgruppe zu generieren, indem die Verwendung von Ressourcen wie Zeit, Kapital und Materialien über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg minimiert wird. Frugale Innovationen sind Produkte und servicebezogene Dienstleistungen, die mit einer ausreichenden Qualität ressourceneffizient entwickelt, produziert und vermarktet werden. Überflüssige Funktionen werden reduziert, um sich nur auf die Grundbedürfnisse des Kunden zu konzentrieren. Dementsprechend können sie zu einem erschwinglichen, wesentlich günstigeren Preis am Markt angeboten werden.

Der Begriff »frugal« hat sich aus dem lateinischen Wort »frugalis« entwickelt, welches einfach, sparsam oder nutzbar bedeutet. Um frugale Produkte näher zu definieren, hat das Beratungsunternehmen Roland Berger sechs wesentliche Eigenschaften und Erfolgsfaktoren abgeleitet, die in ihrer englischen Übersetzung das Akronym »FRUGAL« ergeben. Demnach sind frugale Produkte funktional (functional), robust (robust), benutzerfreundlich (user-friendly), auf Wachstum ausgelegt (growing), erschwinglich (affordable) und an lokale Gegebenheiten (local) angepasst.

Das frugale Produktionssystem zeichnet sich daher durch eine eindeutige Leistungsfokussierung auf regionale Bedürfnisse sowie eine robuste und wartungsarme Bauweise aus. Darüber hinaus sind die Systeme einfach zu bedienen und sehr preis-leistungs-orientiert. Das Produktionssystem kann aus einer einzelnen Maschine, die gegebenenfalls durch modulare Bauweise mit ihren Aufgaben mitwächst oder aber aus Systemen bzw. einer intelligenten Verkettung mehrerer Maschinen bestehen.