Biologische Prüfungen, In-vitro Testsysteme

Unser Prüfbereich »In-vitro-Testsysteme« ist gemäß DIN EN ISO/IEC 17025:2018 akkreditiert und führt sowohl Prüfungen von Medizinprodukten (DAkkS und ZLG) als auch Prüfungen von Forschungs- und Industrieprodukten (DAkkS) durch. Dabei können Zelllinien, Primärzellen oder rekonstruierte Gewebemodelle tierischen oder humanen Ursprungs eingesetzt werden.

Die Prüfungen werden ausschließlich von qualifiziertem, geschultem Personal mit überwachter, metrologisch rückgeführter Geräteausstattung durchgeführt. Die Qualitätssicherung findet über regelmäßig durchgeführte, interne Auditierung des Prüfbereichs als auch externe Überwachungsaudits durch die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH DAkkS), Berlin sowie die Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten (ZLG), Bonn, statt.

Wir führen folgende Prüfungen durch

  • Biologische Prüfungen von Medizinprodukten
    • In-vitro-Zytotoxizität DIN EN ISO 10993-5
    • In-vitro-Irritation DIN EN ISO 10993-23
      • Zusatztest: IL-1 alpha-Bestimmung zur besseren Einordnung des Irritationspotentials (Urkunde ausstehend)
    • In-vitro-Limulus-Amoebozyten-Lysat-Test (LAL) zum Nachweis von Endotoxinen nach Ph. Eur. 2.6.14 (Urkunde ausstehend)
  • Biologische Prüfungen von Forschungs- und Industrieprodukten
    • In-vitro-Zytotoxizität DIN EN ISO 10993-5 (hier: abweichend nicht zur Konformitätsbewertung für Medizinprodukte)
    • In-vitro-Korrosion nach OECD Guideline 431
    • In-vitro-Irritation nach OECD Guideline 439
      • Zusatztest: IL-1 alpha-Bestimmung zur besseren Einordnung des Irritationspotentials (Urkunde ausstehend)

Vorgehensweise

  • Anforderung klären und Prüfziel definieren
  • Prüfplan und Angebot erstellen
  • Durchführung, Datenerfassung und vorläufige Bewertung
  • Abschlussbericht, Bewertung, Freigabe und Rückverfolgbarkeit

Qualität, Akkreditierung und Mehrwert

  • QM-System nach DIN EN ISO IEC 17025 2018-03, DAkkS/ZLG-akkreditiert
  • Auditierbare, nachvollziehbare Berichte und vollständige Rückverfolgbarkeit
 

Anlage zur Akkreditierungsurkunde D-PL-11140-36-01

Biologische Prüfungen In-vitro-Testsysteme an Forschungs- und Industrieprodukten

Akkreditierungsurkunde D-PL-11140-36-00

Akkreditierungsurkunde D-PL-11140-07-00

Flyer In-vitro-Zytotoxizität DIN EN ISO 10993-5

In-vitro-Zytotoxizität

Dr.-Ing. Markus Rochowicz

Forschungsteamleitung

Telefon +49 711 970-1175

Dipl.-Biol. t.o. Sibylle Thude

Forschungsteam Reinheitstechnik

Telefon +49 711 970-1629

  • Diese Prüfung ist eine der wichtigsten, initialen Prüfungen, um erste Ergebnisse zur Reinheit und Biokompatibilität (Körperverträglichkeit) zu erlangen. Sie kann bei der Entwicklung eines neuen Produktes oder aber als Routinetest zur Überwachung der Produktqualität eingesetzt werden.

  • Wir verwenden hierbei verschiedene Zelllinien tierischen (Maus: L929) oder humanen Ursprungs (Mensch: HaCaT). Die Zellkulturen werden dabei in Kontakt mit dem Extrakt des Medizinproduktes gebracht. Im Anschluss wird der Einfluss des Extraktes auf die Zellvitalität quantifiziert und als zytotoxisches Potential berechnet.

  • Die Prüfung erfolgt für Forschungs-/Industrieprodukte, sowie für Medizinprodukte gleichermaßen nach DIN EN ISO 10993-5:2009-10. Die Ergebnisse werden in einem akkreditierten Prüfbericht zusammengefasst und dem Kunden in deutscher oder englischer Sprache zur Verfügung gestellt.
© Fraunhofer IPA
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In- vitro-Irritation gemäß DIN EN ISO 10993-23:2026-03

  • Das Irritationspotential eines Medizinproduktes oder seiner Bestandteile wird in unserem Prüflabor unter Berücksichtigung des 3R-Grundprizips zur Vermeidung (Replace) – Verringerung (Reduce) und Verbesserung (Refine) von Tierversuchen ausschließlich an  rekonstruierten, humanen Gewebemodellen (hier: Epidermismodelle) bestimmt. Dabei wird das Gewebemodell dem Extrakt des Medizinproduktes ausgesetzt. Im Anschluss wird der Einfluss des Extraktes auf die Gewebevitalität quantifiziert und als irritatives Potential berechnet.

  • Die Ergebnisse werden in einem akkreditierten Prüfbericht zusammengefasst und dem Kunden in deutscher oder englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

  • Bei Ergebnissen, die sich nahe der Grenze von irritativ zu nicht irritativ bewegen, wird die Bestimmung der Irritationswirkung zusätzlich über die Konzentration von Interleukin-1 alpha abgesichert. (Urkunde ausstehend)
© Fraunhofer IPA
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In-vitro-Limulus-Amoebozyten-Lysat-Test (LAL) zum Nachweis von Endotoxinen nach Ph. Eur. 2.6.14

Bakterielle Endotoxine sind (wie Pyrogene) toxische Substanzen, die beim Menschen Fieber, Entzündungen oder schwere Reaktionen, wie z.B. Organfunktionsstörungen bis hin zu septischem Schock auslösen und zum Tod führen können. Daher ist ihre Prüfung zentral für die Sicherheit, Qualität und Regulierung von Medizinprodukten und pharmazeutischen Zubereitungen.

Der Endotoxintest nach Ph. Eur. 2.6.14 wird eingesetzt, um das Vorhandensein von Endotoxinen in pharmazeutischen Produkten, medizinischen Geräten und anderen biopharmazeutischen Anwendungen zu überprüfen.

In unserem Labor verwenden wir den In-vitro-Limulus Amoebozyten Lysat-Test (LAL-Test), der auf ein quantitatives, chromogenes Verfahren beruht. In Gegenwart von Endotoxinen wird das LAL-Substrat enzymatisch zu einer farbigen Lösung über einen definierten Zeitraum umgesetzt und spektrometrisch vermessen. Die Intensität der Farbproduktion steht in direktem Zusammenhang mit der in der Prüfprobe vorhandenen Endotoxinkonzentration. Diese wird anhand einer mitgeführten Endotoxin-Standardkurve berechnet. Abhängig vom Produkt und dessen Applikationsweg gelten unterschiedliche Endotoxin-Grenzwerte, um den Test zu bestehen.

Die Ergebnisse werden in einem akkreditierten Prüfbericht zusammengefasst und dem Kunden in deutscher oder englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

Monozytenaktivierungstest (MAT) zum Nachweis von Pyrogenen nach Ph. Eur. 2.6.30 (in Anmeldung)

Während Endotoxine von gramnegativen Bakterien freigesetzt werden, decken die Pyrogene ein breiteres Spektrum von fieberauslösenden Substanzen ab, die von Bakterien, Pilzen und Viren sowie deren Stoffwechselprodukte stammen können.

Der Pyrogenitätstest (Monozytenaktivierungstest, kurz: MAT) detektiert und quantifiziert somit neben den bakteriellen Endotoxinen weitere Pyrogene in pharmazeutischen Produkten, medizinischen Geräten und anderen biopharmazeutischen Anwendungen.

Der Nachweis erfolgt durch Anregung der Interleukin-Produktion in Zellkulturen mit menschlichen Blutmonozyten, die aus verschiedenen, gesunden Spendern isoliert und gepoolt wurden. Durch Quantifizierung der Interleukine und mit Hilfe mitgeführter Standards kann die Pyrogenkonzentration, ausgedrückt als Endotoxin-Äquivalente, in einer Prüfprobe berechnet werden. Dabei gelten für verschiedene Medizinprodukte und pharmazeutische Zubereitungen unterschiedliche Grenzwerte. Abhängig vom Produkt und dessen Applikationsweg gelten unterschiedliche Grenzwerte, um den Test zu bestehen.

Die Ergebnisse werden in einem akkreditierten Prüfbericht zusammengefasst und dem Kunden in deutscher oder englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

In-vitro-Hautkorrosion nach OECD Guideline 431

Ziel des In-vitro-Hautkorrosionstests, wie er in der OECD-Richtlinie 431 beschrieben ist, ist die Identifikation von Chemikalien, die in der Lage sind, irreversible Schäden an der Haut zu verursachen.

Unter Berücksichtigung des 3R-Grundprizips zur Vermeidung (Replace), Verringerung (Reduce) und Verbesserung (Refine) von Tierversuchen wird dieser Test in unserem Labor ausschließlich an rekonstruierten, humanen Gewebemodellen durchgeführt. Der In-vitro-Hautkorrosionstest misst die Fähigkeit einer Prüfsubstanz, Zellschäden und/oder Gewebezerstörung zu verursachen. Anhand der Testergebnisse werden die Substanzen als ätzend, nicht ätzend oder zweifelhaft eingestuft.

Die Ergebnisse werden in einem akkreditierten Prüfbericht zusammengefasst und dem Kunden in deutscher oder englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

© Fraunhofer IPA
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In-vitro-Hautirritation nach OECD Guideline 439

Der In-vitro-Hautirritationstests nach OECD Guideline 439 dient dazu Chemikalien zu identifizieren, die in der Lage sind, reversible Schäden an der Haut zu verursachen, z. B. durch Entzündungen oder andere Anzeichen von Reizungen, und sie entsprechend ihrem Irritationspotenzial zu klassifizieren.

Der Test wird, wie der In-vitro-Hautkorrosionstest, in unserem Labor ausschließlich an rekonstruierten, humanen Gewebemodellen durchgeführt und dient zur Bewertung der potenziellen Gefahren von Chemikalien, wie z.B. Pharmazeutika, Kosmetika und Industriechemikalien. Die reversible Schädigung des Hautmodells wird quantifiziert und das irritative (reizende) Potential bestimmt.

Die Ergebnisse werden in einem akkreditierten Prüfbericht zusammengefasst und dem Kunden in deutscher oder englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

© Fraunhofer IPA
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