Gewindeprüfung

Zur Qualitätssicherung von Bauteilen mit schwer zugänglichen Geometrien – beispielsweise Bohrlöcher mit Innengewinde – werden Verfahren der digitalen Bildverarbeitung eingesetzt. Sie erlauben eine schnelle und zuverlässige Prüfung auf Fehler und Unregelmäßigkeiten.

Das Prüfkonzept des Fraunhofer IPA beruht auf einer Superweitwinkeloptik, die eine Abbildung der Bohrung von außen ermöglicht. Dies führt zu einem erheblichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber der endoskopischen Abbildung, worauf bisherige Sichtprüfsysteme in der Regel beruhen. Auf das Eintauchen der Optik in das Bohrloch kann verzichtet werden. Eine Anpassung der Inspektion an unterschiedliche Bohrlochgeometrien ab 6 mm Durchmesser ist einfach möglich.

Die Auswertung der Bohrlochaufnahmen wird von automatischen Prüffunktionen ausgeführt. Sie prüfen die Innenfläche der Bohrung auf Partikel und Fremdkörper, verifizieren die Gewindevollständigkeit und detektieren Beschädigungen und Unregelmäßigkeiten im Gewinde. Die Prüffunktionen stehen als Plug-In-Funktionen zur Nutzung unter EMSIS oder NeuroCheck bereit.

Unter Umständen können die Struktur und Helligkeit der geprüften Oberflächen – sogar innerhalb von Chargen – stark variieren. Gründe hierfür sind Werkzeugabnutzung, Alterung, Materialunterschiede, verschiedene Beschichtungen und Verschmutzung. Das entwickelte Prüfkonzept ist, dank flexibler Softwarealgorithmen, robust gegenüber solchen Oberflächenschwankungen.