Flexibles Fertigungsarbeitsplatz-System zur Qualifikationsentwicklung mittels Human Digital Twin (FlexWorkTwin)

© Fraunhofer IPA

In Kürze

Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie entwickelt das Fraunhofer IPA das Arbeitsplatzsystem »FlexWorkTwin«: Ein modularer, digitaler Montagearbeitsplatz nutzt einen Human Digital Twin, um Mitarbeitende individuell anzulernen, Aufgaben adaptiv zuzuweisen und Fachkräfte spielerisch zu qualifizieren.

Im Detail

Viele mittelständische Unternehmen stehen vor dem Problem variantenreiche Aufgaben zu automatisieren. Entweder ist die Automatisierung zu starr oder zu teuer. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Mitarbeitenden durch komplexe Prozesse und sinkende Losgrößen. Der Fachkräftemangel und Fluktuation verschärfen diese Situation zusätzlich. Erfahrungswissen geht verloren, wenn erfahrene Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Neue Mitarbeitende benötigen lange Einarbeitungszeiten. Dabei ist menschliche Flexibilität in der Produktion unersetzlich.

 

Die Lösung: Ein adaptives, intelligentes, menschenzentriertes Arbeitsplatzsystem

Genau hier setzt das Projekt »FlexWorkTwin« an. Im Projekt wird der klassische Arbeitsplatz zu einem adaptiven, lernenden und menschenzentrierten Arbeitsplatzsystem transformiert. Dabei soll die menschliche Flexibilität, durch eine digitale Intelligenz, ein Assistenzsystem und eine modulare Arbeitsplatztechnik, erhalten bleiben. Kern des Projekts ist die Verknüpfung von physischer Modularität mit digitaler Intelligenz. Hierfür werden vier zentrale Module entwickelt:

  • M1 (Hardware): Ein ergonomischer »Plug-&-Play«-Arbeitsplatz, der sich physisch an die Aufgabe anpasst.
  • M2 (Management): Ein System, das Auftragsdaten (MES) mit den Fähigkeiten der Mitarbeitenden abgleicht und Aufgaben optimal zuweist.
  • M3 (Low-Code): Eine Umgebung, in der Werker ohne IT-Kenntnisse eigene Assistenz-Apps für neue Aufgaben erstellen können.
  • M4 (Qualifikation): Das Herzstück – ein datenschutzkonformer Human Digital Twin (HDT). Er fungiert als digitaler Mentor, der durch Gamification motiviert und Lerninhalte genau dann bereitstellt, wenn sie gebraucht werden.

 

Projektpartner: Industrieexpertise und Forschung vereint

Das Konsortium bündelt kompetente Industrieexpertise: Die Partner Bertschinger GmbH & Co. KG, Wienen IT Business Solutions GmbH, Rall Consulting GmbH und GERO GmbH & Co. KG bringen tiefgreifendes Know-how aus Softwareentwicklung, moderner Lean-Methodik sowie der Gestaltung menschzentrierter, manueller Fertigungsarbeitsplatzsysteme ein. Das Fraunhofer IPA fungiert als technologischer Wegbereiter und Integrator, der die wissenschaftliche Basis für die digitale Transformation der Arbeitsplätze schafft.

 

Projektverlauf und Meilensteine

Fördergeber

Dieses Projekt wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert)

Das könnte Sie auch interessieren

Smarte Fertigungsprozesse

Digitale Lösungen für Produktion und Fertigung