Fraunhofer IPA erforscht Einsparpotenziale durch RFID für Automobilhersteller

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RFID in der Automobilindustrie

In Kürze

Wo und in welchem Umfang ist der Einsatz von RFID sinnvoll und wirtschaftlich? Diese Fragen beantwortete das Fraunhofer IPA bei einem Automobilhersteller.

 

Im Detail

Für die Logistik ermöglicht die RFID-Technologie berührungslos zu scannen, Bewegungsdaten direkt am Packstück zu speichern, die Ortung und Verfolgung von Behältern und das häufig praktizierte mehrmalige Belabeln eines Packstücks im Materialflussprozess zu ersetzen. Die Hauptfrage dabei bleibt, für welche Prozesse RFID einen wirtschaftlichen Vorteil bringt. Die Alternativlösung ist in den meisten Fällen die technisch ausgereifte und durchgehend standardisierte Barcodetechnologie.

Wir identifizierten für den Automobilhersteller mögliche Einsatzfelder von RFID, deren Potenziale und die technische und wirtschaftliche Machbarkeit. Mit einer Roadmap übergaben wir dem Kunden ein stufenweise umsetzbares Konzept zur Einführung.

Eine Erkenntnis aus diesem und anderen Projekten ist, dass RFID vor allem in geschlossenen Kreisläufen wirtschaftlich lukrativ ist, wie z.B. bei der LKW-Steuerung, bei Resequenzierungsprozessen und bei der Umlaufbehälterverfolgung, vor allem in komplexen Kreisläufen mit mehreren Quellen und Senken. Das kann Umlaufbestände deutlich senken. Eine Amortisationszeit von knapp über einem Jahr in einigen Projekten unterstreicht diese Aussage. Um den Barcode bei offenen Kreisläufen ersetzen zu können, müssen die Preise aber deutlich unter 0,10 € pro TAG liegen.

Abschließend lässt sich aussagen, dass RFID eine Technologie mit enormem Potenzial in der Logistik ist. Wenn in der Automobilindustrie der Schritt zur Echtzeitlogistik gemacht wird, geht an RFID zukünftig kein Weg mehr vorbei.