Automatisierung in der Fertigung: Zusammenarbeit zwischen Julius Zorn GmbH und Fraunhofer IPA

© Julius Zorn GmbH
Das Fraunhofer IPA ermittelte Automatisierungspotenziale für die Fertigung textiler Medizinprodukte.

In Kürze

Die Julius Zorn GmbH, ein Hersteller von textilen Medizinprodukten, hat das Fraunhofer IPA mit einer Automatisierungs-Potenzialanalyse (APA) beauftragt, um den Automatisierungsgrad in der Fertigung zu erhöhen und damit Wachstum, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.

Auf Basis der erfassten Daten konnte das APA-Team Juzo systematisch und objektiv dazu beraten, welche Prozessschritte sich für eine Automatisierung eignen und welche Lösungskonzepte infrage kommen. Gleichzeitig gab die APA bei Julius Zorn den Raum für Überlegungen, auch weitere Prozesse und die Produktion zu optimieren.

Im Detail

 

Automatisierungs-Potenzialanalyse (APA) bei Juzo: Ein Drei-Schritte-Ansatz

 

Auf welchem Stand ist die Automatisierung im Unternehmen? Und wo wäre ein höherer Automatisierungsgrad sinnvoll? Mit diesen Fragen wandte sich die Firma an das Fraunhofer IPA.

Die daraufhin realisierte APA bei Juzo umfasste drei wesentliche Schritte, um die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit in der Produktion zu steigern.

Schritt 1: Prozessaufnahme und Dokumentation

Zunächst führte das APA-Team eine umfassende Analyse der Produktionsabläufe durch. Dabei wurden 64 Prozesse chronologisch erfasst und detailliert dokumentiert. Diese systematische Vorgehensweise legte den Grundstein für die nachfolgenden Schritte.

Schritt 2: Bewertung der Automatisierungsmöglichkeiten

Im zweiten Schritt bewertete das Team die erfassten Prozesse hinsichtlich ihrer technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit für eine Automatisierung. Die Ergebnisse wurden in einer Matrix visualisiert und in drei Kategorien eingeteilt:

  • Nutzung von Standardautomatisierung
  • Nutzung von Spezialautomatisierung
  • Design for Automation (DfA): Hierbei wird das Produktdesign so optimiert, dass es »automatisierungsfreundlicher« wird.

Schritt 3: Workshop zur Auswahl von Top-Prozessen

Der dritte Schritt bestand aus einem interaktiven Workshop, in dem das APA-Team zusammen mit Juzo drei Schlüsselprozesse auswählte, die sich besonders gut für eine Automatisierung eigneten. Dabei wurden Lösungskonzepte entwickelt, die auch die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) berücksichtigten.

Ergebnisse der APA

Die APA lieferte Juzo nicht nur wertvolle Informationen für fundierte Investitionsentscheidungen, sondern trug auch dazu bei, das Thema Automatisierung im Unternehmen voranzubringen und weitere interne Prozesse zu initiieren. In den Jahren nach der APA implementierte Juzo verschiedene Automatisierungslösungen, die auf den Erkenntnissen der Analyse basierten oder davon inspiriert waren. Dazu zählen:

  • Be- und Entladen von Schweißanlagen
  • Kamerabasierte Sortierung von Produkten
  • Einsatz von fahrerlosen Transportsystemen

Diese Maßnahmen haben die Effizienz in der Produktion erheblich gesteigert und die Wettbewerbsfähigkeit von Juzo im Bereich der textilen Medizinprodukte gestärkt.