Entwicklung silberfreier, antimikrobieller Pulverbeschichtungen für industrielle Anwendungen – mit dem Ziel, eine hohe bakterielle Reduktion mit stabiler Materialperformance und nachhaltigen Additivsystemen zu kombinieren.
Antimikrobielle Beschichtungen gewinnen in vielen Industriebereichen an Bedeutung. Gleichzeitig geraten silberhaltige Additive aufgrund von Kosten, regulatorischer Bewertung und ökologischer Aspekte zunehmend unter Druck. Das Projekt des Fraunhofer IPA adressiert genau diese Herausforderung und zeigt einen silberfreien Entwicklungsansatz für antimikrobielle Pulverlacke, der sich gezielt an Lack- und Beschichtungsmaterialhersteller richtet.
In industriellen Anwendungen mit erhöhten Hygieneanforderungen werden Pulverbeschichtungen eingesetzt, die dauerhaft wirksam, mechanisch stabil und prozesssicher sein müssen. Klassische antimikrobielle Systeme basieren häufig auf Silberadditiven. Diese bringen jedoch mehrere Herausforderungen mit sich:
Für die Beschichtungsindustrie ergibt sich daraus die Fragestellung, wie antimikrobielle Funktionen ohne metallische Wirkstoffe realisiert werden können, ohne bewährte Pulverlacksysteme grundlegend zu verändern.
Ziel des Projekts war die Entwicklung silberfreier Pulverbeschichtungssysteme mit integrierter antimikrobieller Wirkung, die sich in bestehende industrielle Formulierungen integrieren lassen.
Das Projektteam identifizierte und modifizierte geeignete Additive, die eine antimikrobielle Wirkung ohne Silber ermöglichen. Dabei standen folgende Aspekte im Mittelpunkt:
Die Additive wurden gezielt in Epoxidpulverlacke sowie Polyesterpulverlacke integriert und unter praxisnahen Bedingungen untersucht. Die antimikrobielle Funktion ist dabei Bestandteil der Beschichtung und keine nachgelagerte Oberflächenbehandlung.
Um die industrielle Relevanz sicherzustellen, wurden neben der antimikrobiellen Wirksamkeit auch zentrale Material- und Schichteigenschaften untersucht:
Diese ganzheitliche Betrachtung stellt sicher, dass antimikrobielle Funktion und Beschichtungsperformance zusammen gedacht werden.
Die entwickelten silberfreien, biofunktionalisierten Pulverbeschichtungssysteme zeigen eine hohe antimikrobielle Wirksamkeit bei gleichzeitig stabilen Barriere- und Haftungseigenschaften.
Darüber hinaus belegen die Untersuchungen:
Damit stellt der Ansatz eine nachhaltige Alternative zu metallbasierten Biozidsystemen dar – insbesondere für funktionale Bauteile im Objekt- und Industriebereich. Die Ergebnisse liefern eine belastbare Grundlage für die Weiterentwicklung und Skalierung nachhaltiger antimikrobieller Funktionsbeschichtungen.
Für Industriepartner aus der Beschichtungsmaterialentwicklung ergeben sich mehrere Vorteile:
Die entwickelten Ansätze sind insbesondere relevant für:
Darüber hinaus bildet das Projekt eine Plattform für weitere nachhaltige Funktionsbeschichtungen.
Das Fraunhofer IPA bietet Industriepartnern an:
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Die entwickelten silberfreien, biofunktionalisierten Pulverbeschichtungssysteme zeigen eine hohe antimikrobielle Wirksamkeit bei gleichzeitig stabilen Barriere- und Haftungseigenschaften. Die Technologie ist auf industrielle Applikationsprozesse übertragbar und bietet eine nachhaltige Alternative zu metallbasierten Biozidsystemen – insbesondere für funktionale Bauteile im Objekt- und Industriebereich.