Neues Exponat für die »Meilensteine der Robotik«

Kurzmeldung Dezember 2018 / 6.12.2018

Rolf Dieter Schraft, Alfred Neugebauer und Martin Hägele mit dem Handhabungsroboter PPI PM 12
© Quelle: Fraunhofer IPA/Foto: Karin Röhricht

Der ehemalige Institutsleiter Prof. Dr. Rolf Dieter Schraft, Dr. Alfred Neugebauer und IPA-Abteilungsleiter Martin Hägele begutachten den Handhabungsroboter PPI PM 12.

Die Robotikausstellung am Fraunhofer IPA wird um ein historisches Ausstellungsstück reicher. Gestiftet von Prof. Arnd Buschhaus von der Hochschule Reutlingen hat das Institut den Handhabungsroboter PPI PM 12 aus dem Jahre 1974 erhalten. Es ist der erste, durch das Ingenieurbüro Ludwig Pietzsch in Deutschland entwickelte fünfachsige Industrieroboter, der einem damals einzigartigen elektropneumatischen Antriebskonzept folgte. Aus diesem Anlass trafen sich Ende November der ehemalige Institutsleiter Prof. Rolf Dieter Schraft sowie einer der Entwickler des Roboters Dr.-Ing. Alfred Neugebauer am IPA und begutachteten den Roboter. Zudem überreichten sie dem Institut Dokumentationsmaterial aus der Entstehungszeit.

Der Roboter ist deshalb für das Fraunhofer IPA ein Schmuckstück, weil das Institut selbst seine Robotik-Forschung zur gleichen Zeit begründete und am Design des Roboters beteiligt war. Das Ingenieurbüro Pietzsch suchte schon früh den Kontakt zum damaligen Institutsleiter Prof. Hans-Jürgen Warnecke. So war der Roboter zum Beispiel in einem der ersten Verbundprojekte zwischen Industrie und Forschungseinrichtungen überhaupt, dem Projekt »Arge Handhabungssysteme«, im Einsatz. Dieses begründete das Forschungsgebiet Robotik und Automatisierung am IPA mit, das heute rund 140 Mitarbeitende umfasst.

Das Patent für den Antrieb hält Gerd Hühne, der den Roboter ebenfalls maßgeblich mitentwickelte. Bis dahin gab es lediglich hydraulische Antriebe und elektrische Servoantriebe kamen erst später zum Einsatz. Das Aufgabengebiet des Roboters war primär die Handhabung von Werkstücken und Werkzeugen. Dabei war er nicht nur kostengünstig, sondern auch schnell und konnte Lasten bis zu 20 kg handhaben.

Aktuell bereiten Mitarbeiter des Fraunhofer IPA die Aufnahme des Roboters in die Ausstellung vor.