Internationales Schulungskonzept zur Prüfung der Technischen Sauberkeit

Mediendienst September 2015 / 15.9.2015

Seit über zehn Jahren gibt es in der Automobilindustrie feste Standards für die Prüfung der Technischen Sauberkeit von Bauteilen. Diese sind im VDA-Band 19.1 festgeschrieben. Damit Firmen ihre Bauteile regelwerkkonform prüfen können, sollten die Verantwortlichen im Labor die Qualifikation »Prüfer für Technische Sauberkeit« nachweisen können. Diese Weiterbildung bietet das Fraunhofer IPA schon seit über zehn Jahren an. Da durch die zunehmende Globalisierung der Automobilproduktion der Bedarf im Ausland stark gewachsen ist, finden künftig auch englischsprachige Schulungen für Trainer statt. Sie werden zum »Tutor für Technische Sauberkeit« ausgebildet.

© Foto Fraunhofer IPA

Extraktion der Partikel von einem Bauteil nach VDA Band 19.1.

Die VDA 19.1 beinhaltet umfassende Vorschriften und Hilfestellungen, wie die Technische Sauberkeit zu ermitteln ist. Diese Sauberkeitsprüfung ist eine anspruchsvolle Labortätigkeit, die viel Wissen über Gerätschaften und Methoden aber auch eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl erfordert. Aus diesem Grund veranstaltet das Fraunhofer IPA seit Veröffentlichung der VDA 19 bis zu fünf Seminare im Jahr zum Thema »Prüfung der Technischen Sauberkeit«. Nach zwei Schulungstagen und erfolgreich abgelegter Prüfung erhalten die Teilnehmer das Zertifikat »Prüfer für Technische Sauberkeit«. Die Veranstaltungen sind regelmäßig ausgebucht.

Qualifizierungsmaßnahmen sind stark nachgefragt

»Seit Firmen der Automobil- und Zulieferindustrie immer mehr an internationalen Standorten produzieren, kommt das Regelwerk VDA 19.1 auch in immer mehr Ländern außerhalb Deutschlands zum Einsatz, wo auch die entsprechenden Bauteile auf Sauberkeit geprüft werden. Dafür benötigen sie wiederum geschultes Personal«, weiß Dr. Markus Rochowicz, Gruppenleiter Reinheitstechnik beim Fraunhofer IPA. Für Unternehmen außerhalb Deutschlands ist es jedoch zeit- und kostenaufwendig, ihre Mitarbeiter nach Stuttgart reisen zu lassen. »Besser ist es, die Seminare vor Ort und zu landestypischen Preisen anbieten zu können«, erklärt Rochowicz. Für dieses Problem hat der Verband der Automobilindustrie VDA eine Lösung vorgeschlagen: »Der VDA QMC hat uns beauftragt, ein Schulungskonzept für internationale Trainer, also Tutoren für Technische Sauberkeit, zu entwickeln«, erläutert Rochowicz. Die Teilnehmer aus aller Welt sollen beim Fraunhofer IPA in Stuttgart unterrichtet werden, um anschließend ihr Wissen an die Landsleute vor Ort weiterzugeben.

Die Seminare im Ausland sind an die IPA-Lehrgänge angelehnt. Unterschiede gibt es lediglich im praktischen Teil: »Die Teilnehmer am IPA nehmen echte Bauteile unter die Lupe, im Ausland erklären die Tutoren das Vorgehen anhand von Bildmaterial«, erklärt Rochowicz. Ebenso haben die IPA-Mitarbeiter Videos erstellt, die anstelle der Versuche im Labor gezeigt werden. »Wird das Material mit dem Tutor durchgearbeitet, können die Teilnehmer die Verfahren später ebenfalls anwenden«, ist Rochowicz überzeugt. Die erste Trainerausbildung findet im Rahmen der klassischen, aber erstmals englisch-sprachigen Schulung zum Prüfer für Technische Sauberkeit am 8. und 9. Dezember 2015 statt. Wer den Zusatz »Tutor« erwerben möchte, erhält einen zusätzlichen Fortbildungstag am 10. Dezember.