7. Technologieforum Fahrerlose Transportsysteme und mobile Roboter am Fraunhofer IPA

Mediendiest Juni 2017 / 20.6.2017

Entwicklungen wie der weltweit boomende Internethandel und die steigende Variantenvielfalt von Produktionsgütern stellen die Logistiker vor neue Herausforderungen. Um diese zu meistern, sind leistungsstarke fahrerlose Transportsysteme (FTS) und mobile Roboter gefragt, mit denen die Unternehmen neue Anwendungen wirtschaftlich erschließen können. Im Rahmen des 7. Technologieforums FTS und mobile Roboter können sich Anwender, Ausrüster, Hersteller und Entwickler am 20. September 2017 am Fraunhofer IPA über den neuesten Stand der Technik informieren.

© Foto Grenzebach Maschinenbau GmbH

Das fahrerlose Transportfahrzeug ersetzt den Gabelstapler: unfallfrei, vernetzt und rund um die Uhr.

Fahrerlose Transportsysteme der neuen Generation gewährleisten eine schnelle, zuverlässige und kosteneffektive innerbetriebliche Logistik. Gleichzeitig bieten sie maximale Prozesssicherheit und lückenlose Warenverfolgung. Getragen werden diese modernen FTS durch Technologieschübe in der Steuerungs- und Sensortechnik und in der digitalen Vernetzung. Auf dem Technologieforum berichten Experten aus Industrie und Forschung über neue Trends und Einsatzpotenziale der FTS im Spannungsfeld zwischen Anwenderbedarf, technischer Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) und Gabelstapler verschmelzen

Der international agierende Großkonzern für Lagertechnik KION Group, im Technologieforum vertreten durch sein Tochterunternehmen Egemin aus Bremen, berichtet über neue Beispiele des FTF-Einsatzes als vollautomatischer Gabelhubwagen. Weltweit ist ein zunehmendes Eindringen der FTF in die Einsatzbereiche des klassischen Gabelstaplers zu verzeichnen. Firmen wie Grenzebach Maschinenbau und MLR System präsentieren ihre aktuellen Lösungen in diesem Segment, die heute in der Automobilproduktion und morgen in der durchgängig vernetzten Smart Factory nutzbar sind.

FTF als Regalbediengerät

Aber nicht nur für den Transport ist das FTF gefordert, sondern zunehmend auch für den aktiven Zugriff auf die Transportware, die gezielte Handhabung von Transportkisten, Boxen, Paletten und auch von Einzelstückgut. Hierfür ist das FTF ohnehin bereits aufgrund seiner Onboard-Sensorik zur Umgebungserfassung und für den Kollisionsschutz ausgerüstet. Hinzu kommen dann noch das aktive Lastaufnahmemodul, die Hubeinrichtung und in manchen Fällen auch der Roboterarm. Im Technologieforum zeigen die Experten der Firmen viastore SYSTEMS, des Start-ups Magazino und des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Intralogistik IML Lösungen für genau diese Anforderung im Markt.

© Foto viastore SYSTEMS GmbH

Automatischer Zugriff im Lager durch fahrerlose Regalbediengeräte: Der viarobot.

© Foto Universität Stuttgart IFF/ Fraunhofer IPA

Fahrerlose Transportfahrzeuge können mit der »Cloud-Navigation« kooperativ und besonders effizient navigieren.

Kommissionierung mit dem FTF

Der weltweit stetig zunehmende Online-Handel verlangt nach automatisiertem Kommissionieren mit FTF, was ein weiterer Fokus des Technologieforums ist. Das Motto »Bestellen in Sekunden – Kommissionieren in Minuten – Ausliefern in Stunden« bestimmt den Takt der Intralogistik. Es entstehen neue Paradigmen der teil- oder vollautomatisierten Kommissionierung mit FTF wie z. B. »Ware-zum-Mann«, »Mann zur-Ware«, »Pick-by-Voice«, »Pick-by-Light« oder auch »Pick-by-Robot«. Um diese zu erörtern, präsentiert die Firma SAFELOG Lösungen in den Feldern »Intelligenter Kommissionierwagen« sowie »Pick-by-Light« mit dem »Beamer Shuttle«. Grenzebach Maschinenbau zeigt neueste Applikationen mit dem mobilen Warenträger »Carry«. Diese unterfahren die Regale, heben sie an und bringen sie aus dem Lagerbereich zu den Pickstationen und wieder zurück. Dieses Prinzip setzt Amazon weltweit in seinen Zentrallagern ein.

Cloud-Navigation für FTF

Für die vernetzte Intralogistik haben die Wissenschaftler am Fraunhofer IPA die »Cloud- Navigation« entwickelt. Dabei profitiert die gesamte Intralogistik Flotte davon, dass die einzelnen FTF ihre lokal erfassten Navigationsdaten zur Umgebung und Verkehrssituation zentral in einem z. B. firmeninternen Cloud-Server bereitstellen. Aus diesem stets aktuellen und umfassenden Vorwissen resultieren eine deutlich effizientere Bahnplanung, genauere Lokalisierung und in Folge ein verbesserter Durchsatz. Die einzelnen FTF könnten zusätzlich als »lean client« agieren, benötigten also weniger Hardware und verfügten trotzdem über eine hohe Navigationsintelligenz, weil rechenintensive Navigationsalgorithmen in den Cloud-Server ausgelagert werden können. Auch die Einbindung externer stationärer Sensoren, beispielsweise aus der Produktionsumgebung, sowie eine Bereitstellung von Navigationsfunktionalitäten als Service sind möglich. Die cloudbasierte Navigation lässt sich nahtlos in Industrie-4.0-Umgebungen integrieren.

Auf dem Technologieforum können die Teilnehmer ihr Fachwissen zu neuesten Produkten und Technologien vertiefen und sie erfahren Neues über die aktuelle Initiative des Forum-FTS zur Standardisierung einer kompatiblen Schnittstelle zwischen FTS-Leitsteuerung und den Fahrzeugen. Gleichzeitig bleibt genügend Raum zum Austausch mit anderen Experten. Außerdem besteht die Möglichkeit, ausgewählte Exponate im Versuchsfeld des Fraunhofer IPA anzuschauen.

Das Fraunhofer IPA veranstaltet das Technologieforum in Zusammenarbeit mit dem VDI-Fachausschuss Fahrerlose Transportsysteme sowie dem Forum-FTS.

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