Forschungsbedarfe für die Produktion bis 2030

Initiative MANUFUTURE-DE übergibt Forschungsagenda dem BMBF

Pressemitteilung Juni 2018 / 21.6.2018

Im Rahmen der jährlichen Kuratoriumssitzung am Fraunhofer IPA übergab Institutsleiter Thomas Bauernhansl die vom BMBF geförderte und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreute Forschungsagenda Dr. Otto Bode vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Zusammen mit Vertretern aus Wirtschaft und Forschung wurden die Forschungsbedarfe deutscher Produktionsunternehmen aus dem Bereich der Produktionstechnik ermittelt. Die identifizierten Forschungsbedarfe sollen die Industrie dabei unterstützen, ihre Forschungsstrategien und Schwerpunkte erfolgreich auszulegen. Außerdem können sie in deutsche und europäischen Forschungsförderprogramme integriert werden. Schließlich bieten die Ergebnisse der Untersuchung Vorschläge zur Verbesserung des Innovationssystems.

Der rasche Wandel der industriellen Strukturen hat im vergangenen Jahrzehnt zahlreiche Initiativen zur Stärkung und Orientierung der Produktion in Europa und insbesondere in Deutschland hervorgebracht. Hierzu zählen beispielsweise die »Plattform Industrie 4.0« oder die »European Factories of the Future Research Association« (EFFRA) auf europäischer Ebene.

Die Initiative »European Technology Platform for Manufacturing« (MANUFUTURE) verfasste bereits 2006 eine Vision zur Zukunft der Produktion. Ihre sogenannte »Strategic Research Agenda« betrachtet die Jahre bis 2020.

MANUFUTURE wurde in vielen europäischen Ländern aufgenommen und national ergänzt – auch in Deutschland. »Die Strategische Forschungsagenda der deutschen Initiative MANUFUTURE-DE formuliert und priorisiert aktuelle und zukünftig relevante Forschungsbedarfe deutscher Industrieunternehmen aus dem Bereich der Produktionstechnik. Die Agenda konsolidiert die Interessen unterschiedlicher Industriesegmente und setzt inhaltliche Schwerpunkte für die Forschungsförderung mit einem Zeithorizont bis zum Jahr 2030. Weiter zielt sie auf die Verbesserung der Wettbewerbsposition der verarbeitenden Industrie insgesamt ab«, erklärt Professor Bauernhansl.

Konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Industrie

In insgesamt sieben Branchenworkshops, Onlineumfragen und rund 50 Experteninterviews ermittelten mehr als 140 Vertreter aus Industrie und Wissenschaft sowie Branchenverbände unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA prioritäre Forschungsthemen und Maßnahmen zur nachhaltigen und praxisorientierten Innovationsunterstützung. Die nach eineinhalb Jahren entstandene Forschungsagenda für die produzierende Industrie bis 2030 ist in 3 strategische Säulen gegliedert und umfasst 10 Handlungsfelder, denen 35 Forschungsfelder untergeordnet sind. Insgesamt konnten 279 Forschungsthemen identifiziert und bezüglich ihres technologischen Reifegrads sowie ihrer strategischen Relevanz bewertet und zeitlich eingeordnet werden.

MANUFUTURE©-DE Ermittlung prioritärer Forschungsthemen für die nachhaltige Ausgestaltung von europäischen Forschungsprogrammen für die produzierende Industrie bis 2030

In einem 34-seitigen Management Summary werden die wichtigsten Ergebnisse und Forschungsbedarfe der Untersuchung herausgestellt. Dabei wird von den künftigen Herausforderungen der Industrie ausgegangen, zu deren Lösung in einem zweiten Schritt die Vision Produktion 2030 dient. Daraus lassen sich schließlich Empfehlungen für die Ausgestaltung zukünftiger Forschungsschwerpunkte ableiten, die in Empfehlungen zur Verbesserung unserer Innovationssystems münden.

Herausgeber: Fraunhofer-Gesellschaft/Fraunhofer IPA, Juni 2018

 

 

Weitere Informationen bei:

Dr. Birgit Spaeth | Telefon +49 711 970-1810 | birgit.spaeth@ipa.fraunhofer.de