Technische Durchbrüche bei Pupillen- und Vitalparameter-Messung
Die größte technische Herausforderung bestand darin, ein berührungsloses Messverfahren für die Pupillenreaktion und Herzfrequenz zu entwickeln. »Das Sensorkonzept für den Pupillentest mussten wir vollständig neu entwickeln«, betont Winfried Baum, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IPA, der das Assistenzsystem gemeinsam mit Graf entwickelt hat. »Besonders anspruchsvoll war es, das System so zu trainieren, dass es auch bei sehr unterschiedlichen Anatomien der Kinder und variierenden Lichtverhältnissen zuverlässig funktioniert.«
Das System erfasst mittels einer spezialisierten Kamera-Licht-Einheit die Pupillenveränderungen auf einen Lichtreiz hin – eine zentrale neurologische Untersuchung. Zusätzlich prüft der Roboter über interaktive Elemente auf dem Touchscreen, ob die jungen Patientinnen und Patienten sprachlich und motorisch unauffällig reagieren können. Sie identifizieren beispielsweise Tiere auf dem Bildschirm oder bewerten ihr Befinden über Smileys, wodurch gleichzeitig ihre Bewegungsfähigkeit getestet wird.
Die Entwicklung profitierte dabei auch von vorherigen Arbeiten am Institut. Dazu gehören die Auswertung von Sensordaten, um sitzende Personen zu erkennen, sowie das automatische Errechnen einer geeigneten Position für die Interaktion. In einem Vorgängerprojekt wurde auch die Fähigkeit, Türen zu erkennen und zu öffnen, für einen Roboter umgesetzt, denn geschlossene Zimmertüren sind für Roboter aktuell noch eine Barriere. Diese Fähigkeit soll künftig weiterentwickelt und auf den Roboter der LMU-Kinderklinik übertragen werden.