»SoSe4Log« entwickelt eine Software-Sensorik, die Gewicht und Geometrie direkt aus Antriebsdaten von Förderanlagen ermittelt. KMU profitieren von weniger Hardwareaufwand, geringeren Kosten und stabileren Prozessen. Das Fraunhofer IPA erforscht Signale, Testumgebungen und die digitale Architektur.
Viele Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Gewichts- und Geometriedaten zu messen. Gerade während des Förderprozesses müssen teils teure Messeinheiten aufwendig installiert und kalibriert werden. Klassische Messtechnik erfordert Zeit, spezielles Know-how und Eingriffe in laufende Prozesse, was insbesondere produzierende KMU organisatorisch und finanziell überfordern kann. Gleichzeitig sind Software-Sensoren, die vorhandene Antriebsdaten wie Strom, Drehzahl oder Lastmoment nutzen und diese teils kombinieren nicht flächendeckend in Nutzung. Dabei bieten Rollenantriebe eine ideale Datenquelle. »SoSe4Log« schließt diese Lücke und untersucht, wie sich diese Signale zur Ableitung von Gewicht und Geometrie in der Logistik nutzen lassen.
Im Projekt entsteht eine Software-Sensorik, die aus Antriebsdaten einer Förderstrecken Gewicht und Geometrie in Echtzeit berechnet. Die Lösung funktioniert ohne zusätzliche Messstationen und ohne Eingriff in den Materialfluss. Testaufbauten und Versuche prüfen die Genauigkeit der Gewichtserfassung sowie die Bestimmung von Längenmaßen entlang der Förderstrecke. Die Datenverarbeitung erfolgt über cloudbasierte Plattformen, sodass Unternehmen Informationen für Qualitätssicherung, Produktionssteuerung und Logistik ohne zusätzlichen Hardwareaufwand nutzen können. Besonders relevant ist dies für Metallverarbeitung, Versandlogistik, Maschinenbau und intralogistische Systeme.
Der Projektpartner Murrelektronik entwickelt die Mess und Systemtechnik und Heine und Beisswenger stellt die reale Produktionsumgebung bereit. Das Fraunhofer IPA identifiziert geeignete Sensorsignale, entwickelt die digitale Datenarchitektur, baut die Testumgebung auf und validiert die Messgenauigkeit sowie die Einsatzgrenzen der Technologie.
Die Software-Sensorik ermöglicht eine kontaktlose, ressourceneffiziente und kostensparende Erfassung zentraler Messgrößen direkt im laufenden Förderprozess. Unternehmen profitieren von weniger Stillstand, geringeren Investitions und Wartungskosten sowie einer verbesserten Datenbasis für operative Entscheidungen. Nach Abschluss des Projekts kann die Lösung in bestehende Systeme integriert, auf verschiedene Anlagen übertragen und als Grundlage für skalierbare digitale Services und datenbasierte Anwendungen in der industriellen Intralogistik genutzt werden.
Gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg (Invest-BW)