Begriffsdefinition und Potenzial

Der Begriff frugal ist auf das französische Wort frugal (einfach, sparsam, mäßig) bzw. auf das lateinische Wort frugalis (nutzbar, sparsam) zurückzuführen. Im Deutschen können für den Begriff Synonyme wie anspruchslos, bescheiden, einfach, genügsam oder karg verwendet werden.

Frugale Innovationen sind daher sinngemäß „einfache“ Innovationen. Sie folgen dem Prinzip der Ressourcen-Minimierung. Zeit, Kapital und Materialeinsatz werden über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg gering gehalten. Das führt zu einer ressourceneffizienten Entwicklung, Produktion und Vermarktung. Der Fokus liegt dabei auf den Kundenbedürfnissen. Es werden essentielle Funktionen fokussiert. So kann ein wesentlich günstigerer Marktpreis realisiert werden.

Frugale Produktionssysteme konzentrieren ihre Leistung auf lokale Belange. Sie zeichnen sich durch eine robuste Bauweise aus, sind einfach zu bedienen und bieten ein stimmiges Preis-Leistungsverhältnis. 

Die Vorteile des frugalen Ansatzes sind

  • Einfachheit und Kostenreduzierung
  • Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit
  • Modularisierung und Lokalisierung
  • Ressourceneffizienz

Warum frugale Produkte zusätzlich zu den High-End-Produkten einführen?

Der Konkurrenzkampf sowie der Wettbewerbsdruck aus anderen Ländern steigen. Deutsche Unternehmen haben sich stark im Premiumsegment positioniert. Auch hier bedrängt die internationale Konkurrenz sie zunehmend. Aufgrund dessen gilt es im mittleren Marktsegment wettbewerbsfähig zu agieren. Die Voraussetzung hierfür ist eine Kunden- und Marktspezifikation. Der frugale Produktentwicklungsprozess stellt beides sicher. Somit besteht die Chance neue Märkte zu erschließen. Selbst verlorene Märkte können auf diese Weise zurückgewonnen werden.