DIE OBERFLÄCHE

© Fraunhofer IPA

Der Stuttgarter Oberflächentechnik-Preis »DIE OBERFLÄCHE«, wurde am 5. Mai 2026 auf der Surface Technology Germany vom Fraunhofer IPA vergeben. Zum zehnten Mal zeichnet der Preis die innovativsten Anwendungen und Technologien in der Oberflächentechnik aus.​

Die Preisträger und Nominierten 2026

© Deutsche Messe AG, Ole Spata
Preisträger Platz 1: SLCR Lasertechnik GmbH mit Dörken Coatings, v.l. Steffen Neuhaus, René Rother, Dr. Martin Riester vom VDMA und Jonas Körfer
© Deutsche Messe AG, Ole Spata
Preisträger Platz 2: BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG, v.l. Dr. Felix Heinzler, Dr. Markus Dahlhaus und Juror Dr. Michael Hilt vom FPL Fördergesellschaft für Lacke und Pigmente e.V.
© Deutsche Messe AG, Ole Spata
Preisträger Platz 3: Enayati Oberflächentechnik, v.l Torsten Holzhauer, Dr. Jens Helmlinger und Juror Dr.-Ing. Martin Metzner, Fraunhofer IPA

 

    1. Preis: LAMA – Laserbasierte Oberflächenreinigung ersetzt chemische Vorbehandlung von metallischem Massenschüttgut​

 

Preisträger​

SLCR Lasertechnik GmbH und Dörken Coatings GmbH & Co. KG​
 

Innovation​

LAMA – laserbasierte Reinigung von metallischem Massenschüttgut (z. B. Schrauben, Muttern, Clips) in einem Prozessschritt.​
 

Worum geht es?​

Das laserbasierte System reinigt metallisches Massenschüttgut in einem einzigen Schritt und bereitet die Teile für die anschließende Zink-Lamellen-Beschichtung im Dip-Spin-Verfahren oder für den galvanischen Prozess vor. Verunreinigungen wie Öle, Fette und Oxidschichten werden dabei durch energieeffiziente Laserbearbeitung im Schüttgutverfahren entfernt.​
 

Warum überzeugt das?​

Die Technologie bietet eine vollständig neue Alternative zur bisherigen Oberflächenvorbereitung: LAMA ersetzt den kombinierten Einsatz aus chemischer Reinigung und mechanischem Strahlen vielfach vollständig. Ein einziger Prozessschritt genügt – das ermöglicht erhebliche Einsparungen bei Energie und CO₂-Emissionen. Die Jury überzeugte vor allem die Kombination aus Umweltfreundlichkeit, Prozessvereinfachung und wirtschaftlicher Skalierbarkeit.​
 

Preisübergabe​

Geschäftsführer Steffen Niehaus und Jonas Körfer (SLCR Lasertechnik GmbH) sowie René Rother (Dörken Coatings GmbH & Co. KG) nahmen die Auszeichnung auf dem Fachforum der Surface Technology Germany 2026 entgegen. Das LAMA-Verfahren steht exemplarisch für den Anspruch des Preises: Innovationen auszuzeichnen, die in der industriellen Praxis unmittelbar wirksam werden und dabei Ressourcen schonen.​
 

2. Preis: Remap – Rezyklate erreichen Neuwaren-Niveau in der dekorativen Kunststoffgalvanik​

Preisträger ​

BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG​
 

Innovation​

Remap – hochwertige Class-A-Hochglanzoberflächen aus Kunststoffrezyklaten für die dekorative Galvanik.​
 

Worum geht es?​

Bislang scheiterte der Einsatz von Rezyklaten in der Kunststoffgalvanik häufig an schwankender Materialqualität, Haftungsproblemen und sichtbaren Defekten. Remap löst diese Herausforderung durch ein mehrstufiges, rein mechanisches Recyclingverfahren, das hohe Sortenreinheit sowie kontrollierte Materialeigenschaften sicherstellt.​
 

So funktioniert es​

Das Verfahren trennt galvanisierte Ausschussteile in Kunststoff- und Metallfraktionen, bereitet das Material auf und führt es als galvanisierbares ABS-Rezyklat zurück in den Produktionsprozess.​
 

Der Nutzen für die Praxis​

  • Optik, Funktion und Prozessstabilität auf Neuwaren-Niveau​
  • Einsatzanteile von 30 bis 100 % möglich​
  • Post-Industrial-Rezyklate bereits heute vollständig im Kreislauf führbar​
  • CO₂-Fußabdruck sinkt um rund 30 %​
  • Serienfähig und in bestehende Galvanikprozesse integrierbar​

Die Fachjury würdigte mit dem Remap-Konzept eine Technologie, die den Weg zu einer zirkulären Galvanotechnik auf Premiumniveau öffnet und damit einen konkreten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft in der Oberflächentechnik leistet​
 

3. Preis: Ag-Therm – Hochtemperatur-Silberschichtsystem in der Hochtemperatur-Leistungselektronik​

Preisträger:

Enayati Oberflächentechnik GmbH ​
 

Worum geht es?​

Elektrische Kontakte bei Dauertemperaturen oberhalb von 150 °C waren bislang nur mit Gold zuverlässig realisierbar. Silberbasierte Kontaktoberflächen scheiterten häufig an unzureichender Haftung und thermischer Alterung bei längerfristiger Belastung. AgTherm überwindet diese Grenze durch ein neuartiges, industriell skalierbares Schichtkonzept.​
 

Validierung & Leistungsnachweis​

Die Technologie wurde in seriennahen Mustern extern validiert und in umfangreichen Vergleichsuntersuchungen gegenüber etablierten Verfahren erfolgreich getestet. In Langzeituntersuchungen eines führenden Automobil-OEMs erfüllte ausschließlich das AgTherm-System sämtliche Anforderungen.​
 

Mehrwert: Kosten, CO₂ und neue Anwendungen​

Neben neuen Hochtemperatur-Applikationen in Leistungselektronik, E‑Mobility und Energietechnik ermöglicht die Technologie erstmals eine wirtschaftliche Alternative zu Hartgold und führt zu einer deutlichen Reduktion des CO2-Fußabdrucks.

Die Fachjury würdigte mit AgTherm eine Innovation, die einen klaren Innovationssprung gegenüber dem Stand der Technik, wirtschaftliche Skalierbarkeit und einen messbaren Beitrag zur Ressourceneffizienz vereint.

Hintergrund zum Oberflächentechnikpreis »DIE OBERFLÄCHE«​

Die eingereichten Bewerbungen kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Oberflächentechnik. Schon die große Vielfalt an entwickelten Systemen, Prozessen und Anwendungen zeigt, wie viel Innovation in der Beschichtungsbranche steckt. Gesucht wurden Technologien, die an der Oberfläche beginnen – und die Industrie verändern. ​

Nach dem Bewerbungsschluss Anfang März 2026 tagte die Jury, bestehend aus Experten der Oberflächentechnik, Dr.-Ing. Martin Metzner, Geschäftssegmentleiter, Fraunhofer IPA, Dr. Martin Riester, VDMA »Oberflächentechnik«, Dr. Michael Hilt, Forschungsgesellschaft für Pigmente und Lacke e.V. Bewertet wurde nach vier zentralen Kriterien​

  • Innovationssprung: Wie neu und anders ist dein Ansatz?​
  • Nachhaltigkeit: Wie effizient nutzt du Ressourcen und Energie?​
  • Enabler-Qualität: Welche neuen Anwendungen werden durch dich möglich?​
  • Industrielle Machbarkeit: Lässt sich deine Lösung skalieren und anwenden?​

Medienpartner

WOTech GbR – Technical Media (WOMag)

WOMag ist die Fachzeitschrift für Fachleute entlang der Prozesskette von Design und Konstruktion über Werkstoffbe- und -verarbeitung bis zur abschließenden Oberflächenbehandlung des Produkts.
 

SurfaceTechnology GERMANY

Der Name SurfaceTechnology GERMANY steht für das gesamte Spektrum der Oberflächentechnik und spiegelt damit exakt das wider, was die Aussteller der Messe alle zwei Jahre an drei Tagen im Juni in Stuttgart präsentieren.
 

Zentralverband Oberflächentechnik e.V. (ZVO)

Der ZVO vertritt die Interessen von Roh- und Verfahrenschemielieferanten, Anlagenherstellern, Komponentenherstellern, Dienstleistern, Beschichtern und Galvaniken der deutschen Galvano- und Oberflächentechnik. 

Die Gewinner der letzten Jahre

 

Preisträger 2024

2024 wurden ausgezeichnet: Holzapfel Metallveredelung GmbH (1. Platz), J. Wagner GmbH (2. Platz) sowie TE Connectivity (3. Platz)

 

Preisträger 2022

2022 wurden ausgezeichnet: DÜRR Systems AG (1. Platz), ASIS GmbH (2. Platz) sowie Molecular Plasma Group S.A. (3. Platz)

 

Preisträger 2020

2020 wurde ausgezeichnet: Daimler Truck AG (1.Platz), Atlas Copco IAS GmbH und Audi AG (2.Platz) sowie Umicore Galvanotechnik GmbH (3.Platz)

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