Wertstromdesign und Skalierte Produktion

Effizient, transparent, skalierbar

Wachstum ist das Ziel vieler Unternehmen. Wer jedoch eine instabile oder ineffiziente Produktion einfach verdoppelt, skaliert ungewollt auch die eigene Verschwendung. Genau hier setzen Wertstromdesign und skalierte Produktion an: Beide Themen sind untrennbar miteinander verbunden, denn eine erfolgreiche Skalierung erfordert meist eine Transformation des Produktionssystems und damit zunächst einen transparenten, schlanken und stabilen Wertstrom. Während das Wertstromdesign den idealen Material- und Informationsfluss als Blaupause definiert, sorgt die methodische Skalierung für die kapazitive und strukturelle Umsetzung dieses Ziels. Am Fraunhofer IPA entwickeln wir praxiserprobte Lösungen, mit denen Sie nicht nur Ihre Durchlaufzeiten minimieren, sondern Ihr Produktionssystem auch erfolgreich von der Manufaktur oder Kleinserie in die industrialisierte, volumenflexible Serienfertigung überführen. Mit unserer Innovationskompetenz und Industrieerfahrung begleiten wir Sie von der Ist-Analyse bis zur Umsetzung eines schlanken und skalierbaren Produktionssystems.

30+

Jahre Erfahrungen in Industrieprojekten

100+

durchgeführte Projekte

Stetige

Weiterentwicklung

der Wertstrommethode (z.B. Digitalisierung)

und

Anpassung

an neue Themenbereiche (z.B. Energie-Wertstrom)

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Was ist Wertstromanalyse?

Wertstromanalyse und Wertstromdesign bilden zwei aufeinander aufbauende Schritte. Die Wertstromanalyse erfasst den Ist-Zustand und visualisiert den gesamten Material- und Informationsfluss vom Kunden über die Fertigung bis zum Lieferanten. Dadurch werden nicht wertschöpfende Tätigkeiten, unnötige Bestände, lange Durchlaufzeiten und Engpässe sichtbar.

Auf Grundlage dieser Analyse wird im Wertstromdesign ein möglichst verschwendungsfreier Soll-Zustand, der sogenannte Ziel-Wertstrom, entworfen. Er beschreibt einen schlanken, flussorientierten Fertigungsprozess mit minimierten Durchlaufzeiten, optimierten Beständen und aufeinander abgestimmten Prozessen. Damit schafft das Wertstromdesign die Grundlage für gezielte Prozessverbesserungen und zukünftige Erweiterungen.

Was gilt es bei der Skalierung zu beachten?

Skalierung ist weit mehr als nur die bloße Verdopplung von Maschinenkapazitäten, das Einstellen neuen Personals oder die Verkettung von Anlagen in starren Linien. Es handelt sich um eine tiefgreifende Transformation der Prozesse. Ein häufiger Fehler in der Praxis besteht darin, instabile oder ineffiziente Prozesse einfach zu kopieren. Dadurch wird ungewollt auch die eigene Ineffizienz skaliert.

© KI-generiert mit MS Copilot

Vor jeder Skalierung müssen Prozesse zunächst standardisiert und stabilisiert werden. Erst wenn ein definierter, beherrschbarer Prozess vorliegt, kann dieser erfolgreich auf höhere Volumina übertragen werden. Bei der Skalierung geht es darum, die positiven Eigenschaften einer Kleinserie (wie Flexibilität) so weit wie möglich zu erhalten, während die Effizienzvorteile einer Großserie (Skaleneffekte, hohe Taktung) genutzt werden. Dies erfordert eine genaue Synchronisation von Fertigung, Logistik und Qualitätsmanagement.

Skalierung auf drei Ebenen: Produktionssystem, Fabrik und Produktionsnetzwerk

Eine erfolgreiche Skalierungsstrategie betrachtet nicht nur einzelne Prozesse oder Standorte, sondern das gesamte Unternehmen auf drei miteinander verzahnten Ebenen:

  • Produktionssystem: Auf dieser Ebene geht es um die Gestaltung flexibler Arbeitsplätze, Linien und Materialflüsse. Die Skalierung umfasst hier die Taktungsoptimierung, den gezielten Einsatz von Automatisierung und die Definition von Puffern zur Beherrschung von Engpässen.
  • Fabrik: Auf Fabrikebene gilt es das Layout, die Medien und Infrastruktur so auszulegen, dass die Fabrik langfristig wandlungsfähig ist. Eine Skalierung auf dieser Ebene muss sicherstellen, dass das Gebäude und die Warenflüsse mittel- und langfristig höhere Volumina aufnehmen können, ohne zu kollabieren.
  • Produktionsnetzwerk: Wenn ein Standort an seine Grenzen stößt, muss die Skalierung netzwerkweit gedacht werden. Hierbei geht es um die Allokation von Produktvarianten auf verschiedene Werke, die Gestaltung der standortübergreifenden Logistik und die Synchronisation der globalen Lieferkette, um Kapazitäten intelligent auszubalancieren und das Netzwerk agil aufzustellen.
© Fraunhofer IPA

Wie kann Wertstromdesign bei der Skalierung helfen?

Das Wertstromdesign liefert die Blaupause für die Skalierung. Bevor eine Produktion auf ein höheres Volumen hochgefahren wird, muss klar sein, wo die zukünftigen Engpässe (Bottlenecks) liegen und wie der Materialfluss unter höherer Last aussieht. Das Wertstromdesign identifiziert diese Schwachstellen im Vorfeld. Es stellt sicher, dass nicht die Verschwendung automatisiert oder vervielfältigt wird, sondern ein optimaler Fluss als Zielsetzung für die Skalierung dient. Durch die Kombination beider Ansätze schaffen Sie ein Produktionssystem, das nicht nur mehr Output liefert, sondern diesen Output auch ressourceneffizient, transparent und ohne Qualitätsverluste realisiert. Das daraus entstehende Produktionskonzept muss nicht als Linie ausgelegt sein. Je nach Anforderungen werden auch alternative Konzepte wie beispielsweise eine Matrixproduktion betrachtet.

Wertstromdesign ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP). Skalierung hingegen ist ein gezielter Transformationsprozess, der methodisch begleitet werden muss, um Stabilitätsverluste während des Hochlaufs zu vermeiden.

Die realisierten Effizienzsteigerungen und Kapazitätserweiterungen sind abhängig von der Ausgangssituation. Reduzierungen der Durchlaufzeit um 30-50% und Produktivitätssteigerungen von 20% bei erfolgreicher Skalierung sind jedoch realistische Praxiswerte.

Welche Praxisbeispiele gibt es?

Als Fraunhofer IPA haben wir Unternehmen in unterschiedlichen Skalierungsphasen begleitet. Beispiele finden sich in Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektronikfertigung, der Medizintechnik, der Luft- und Raumfahrt sowie der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Für mehr Informationen zu konkreten Referenzprojekten, sprechen Sie uns gerne an.

© INNOTECH
Innotech Zentrale in Kirchham

Wertstromdesign optimiert Produktionsabläufe bei INNOTECH – Neubau vorerst nicht nötig

Im Rahmen eines Wertstromprojekts bei INNOTECH wurden die historisch gewachsenen Produktionsabläufe optimiert, Losgrößen für mehr Flexibilität reduziert und eine Anpassung des Produktportfolios angestoßen. Durch die abgeleiteten Maßnahmen kann trotz weiterhin starken Stückzahlwachstums ein Neubau um mindestens fünf Jahre verschoben werden.

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© Wörner Automatisierungstechnik GmbH/Foto: Benjamin Zoeller

Gestaltung der Produktion bei Wörner in Denkendorf

  • Ausgangssituation: Hochvariantenreiche Anhalte- und Positioniermodule, Kapazitätsgrenzen in Logistik, Montage und Auftragsmanagement.
  • Lösung: Analyse der Ist-Prozesse mit Produktstruktur, Rahmenbedingungen, Materialflüssen und Auftragsmanagement. Entwicklung von Soll-Wertstrom, Montagestrukturvarianten und 2D-Layouts sowie Handlungsempfehlungen. Zielbild für eine zukunftsfähige Lager- und Logistikorganisation.
  • Nutzen: Transparenz über Schwachstellen und Engpässe, umsetzungsorientierte Vorschläge für Layout, Montagekonzept und Materialfluss, Grundlage für strategische Investitionen und schrittweise Transformation.

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© Wörner Automatisierungstechnik GmbH/Foto: Benjamin Zoeller

Effizienz- und Produktivitätssteigerung in der Montage bei Wörner in Denkendorf

Ein Jahr nach Projektabschluss: 54,8 % höhere Arbeitsproduktivität in der Montage

Zwischen Herbst 2024 und Sommer 2025 entwickelte das Fraunhofer IPA unter der Leitung von Jakob Görzen gemeinsam mit dem Wörner-Team um Geschäftsführer Dr. Tobias Weber und Produktionsleiter Jörg Hölz neue Ansätze zur Weiterentwicklung der Montage- und Logistikprozesse am Standort Denkendorf.

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© LÄPPLE
Luftbild des ProduktionsstandortesHassmersheim der FIBRO GmbH

Potenzialanalyse des Produktionsstandortes Haßmersheim der FIBRO GmbH

Im Rahmen einer Potenzialanalyse bei der FIBRO GmbH wurden Verbesserungspotenziale systematisch identifiziert und ausgewertet, um aktuellen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzutreten und den Produktionsstandort Haßmersheim zukunftssicher aufzustellen.

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© Joline GmbH & Co. KG

Visualisierung wertstromorientierter Kennzahlen schafft Transparenz in der Produktion bei Joline

Im Rahmen eines Wertstromprojekts bei Joline GmbH & Co. KG wurden gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA wichtige wertstromorientierte Kennzahlen/KPIs in der Produktion in Hechingen gesammelt und auf eigens dafür entwickelten Dashboards ausgespielt. Diese Visualisierung der Daten schafft Transparenz in der Produktion und stellt damit die Weichen für vielfältige Verbesserungsmaßnahmen.

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Wie unterstützt das Fraunhofer IPA bei der optimierten Gestaltung und Skalierung von Produktionssystemen?

Wir unterstützen Unternehmen über verschiedene modulare Projektformate. Jedes Format geht einen unterschiedlich weiten Weg, den wir mit Ihnen individuell abstimmen. Die zentralen Leistungsmodule umfassen die Ist-Analyse des Wertstroms, das Design des Soll-Zustands (Ziel-Wertstrom) und die Erarbeitung einer Skalierungs- und Automatisierungs-Roadmap.

Kern unserer Projekte ist ein bewährtes methodisches und systematisches Vorgehen, das neutral und zunächst lösungsoffen Ihre Prozesse, Produkte und Infrastruktur betrachtet. In gemeinsamen Workshops erarbeiten wir einen Nordstern, der als Zielbild für das transparente Wertstromdesign und die Skalierung dient. Unser Vorgehen zeichnet sich durch ein hohes Maß an Kooperation aus. Wir liefern die Methodenkompetenz, Sie sind die Experten für Ihre Produkte. Gemeinsam gestalten wir ein skalierbares Produktionssystem.

Das Ziel jedes Projekts ist es, am Ende eine konkrete Roadmap und ein Produktionskonzept auf einzelnen oder allen Ebenen (Produktionssystem, Fabrik und Produktionsnetzwerk) zu haben, das Sie in Ihrem Unternehmen intern vertreten und umsetzen können.

Welche Veröffentlichungen gibt es?

© AdobeStock/Cheewynn, generiert mit KI

Benchmark-Studie: 500 Variantenfertiger, D-A-CH, alle Branchen. Liefertreue, Durchlaufzeiten, Digitalisierungsgrad, KI-Adoption und Margendruck erstmals quantifiziert.

3 Key-Findings:

» 73 % der Variantenfertiger verfehlen die angestrebte Liefertreue im Durchschnitt um 21 Prozentpunkte.

» Top-Performer produzieren mit 31 % niedrigeren Komplexitätskosten nicht trotz, sondern wegen konsequenter Digitalisierung.

» Matrixproduktion: Erst 5 % setzen sie ein, aber 78 % planen die Einführung bis 2027.

© AdobeStock/PloyJai, AI generated

Die Wertstrommethode ist ein bewährtes Werkzeug aus der Lean-Production, um Transparenz über den Produktionsablauf zu schaffen und diesen zu optimieren. Als manuelle Momentaufnahme stößt die klassische Wertstrommethode im heutzutage immer volatileren Umfeld jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Die voranschreitende digitale Transformation bietet hier mit der Digitalisierung der Wertstrommethode enorme Potenziale.

  • Liefert eine effektive Analyse der Produktionsabläufe
  • Beinhaltet zehn klare, systematisch aufeinander aufbauende Gestaltungsrichtlinien zur Fabrikgestaltung
  • Erweitert durch zahlreiche Industriebeispiele

Häufige Fragen zu Wertstromdesign und Skalierte Produktion

  • Nein. Auch in der Klein- und Einzelfertigung sowie in der Manufaktur hilft das Wertstromdesign dabei, unnötige Liegezeiten und Prozessabbrüche sichtbar zu machen.

  • Nicht zwingend. Automatisierung ist nur ein Werkzeug zur Skalierung. Oftmals können signifikante Kapazitätssteigerungen bereits durch Standardisierung, Taktung und den Abbau von Verschwendung (Lean-Prinzipien) erreicht werden, bevor teure Automatisierungstechnik eingesetzt wird.

    Eine Automatisierungspotenzialanalyse (APA) hilft, zunächst die einfach und wirtschaftlich umsetzbaren Automatisierungen zu priorisieren.

  • Ein klarer Indikator ist erreicht, wenn die aktuelle Struktur die geforderte Ausbringungsmenge nicht mehr liefern kann und Engpässe (Bottlenecks) durch Umorganisation nicht mehr dauerhaft zu beheben sind. Auch bei anstehenden Produktionsverlagerungen oder dem Hochlauf neuer Produkte ist eine frühzeitige Skalierungsplanung essenziell.

  • Ein häufiger Fehler ist die Skalierung eines instabilen Prozesses. Vor jeder Skalierung muss der Prozess stabilisiert und standardisiert werden. Wir unterstützen Sie dabei, die Prozesse vor dem Hochlauf auf die nötige Reife zu bringen, um Ausschussquoten während der Skalierung zu minimieren.

Ihre Ansprechpartner

 

Geschäftsbereichsleiter Operations

Dr.-Ing. Roman Ungern-Sternberg

Telefon: +49 711 970-1976

 

Forschungsteamleiter Fabrikplanung und WSD

Christian Kaucher

Telefon: +49 711 970-1865