Forschungsthemen

Lokale Marktkenntnisse werden für Unternehmen immer bedeutender und für die Erschließung neuer Märkte mit innovativen Produkten unabdingbar. Eine systematische Vorgehensweise in den frühen Phasen der Produktentwicklung bildet deshalb eine unumgängliche Absicherung gegen Fehlinvestitionen, gerade bei mittelständischen Unternehmen mit beschränkten Ressourcen.

Unternehmen können so durch geeignete Methoden bei der zielgruppenfokussierten Entwicklung frugaler Produkte und Produktionssysteme unterstützt werden. Die Vermittlung eines frugalen Mindsets und die Schulung frugaler Fähigkeiten anhand einer Exponate-Ausstellung und praktischer Trainingsmodule ist ein möglicher Baustein zur Erlangung frugaler Kompetenzen. Beim Aufbau frugaler Innovations-/Unternehmensstrategien kann z.B. die Szenariotechnik sehr hilfreich sein und verschiedene Möglichkeiten aufzeigen.
 

Forschungsschwerpunkte und Kernkompetenzen:

  • Agile Entwicklungsmethoden (Design Thinking, SCRUM etc.)
  • Traditionellen Entwicklungsmethoden (Value Engineering/Wertanalyse, TRIZ etc.)
  • Anforderungsermittlung und Segmentierung
  • Konzipierung technischer Lösungen
  • Wissensmanagement zum Aufbau frugaler Kompetenzen
  • Innovations-/Unternehmensstrategien (z.B. Szenariotechnik)

Referenzprojekte

 

Entwicklung maßgeschneiderter Absauganlagen für die Emerging Markets

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat insbesondere bei der Eliminierung von ökonomisch unvorteilhaften Produktfunktionen bezogen auf internationale Kontexte noch Nachholbedarf. Eine Studie des VDMA vergleicht die Häufigkeit der Nutzung eines bestimmten Funktionsgrades einer Maschine zwischen einem typischen chinesischen und einem typischen europäischen Kunden. Hier zeigt sich, dass 30 % der europäischen Kunden nur 70 % der zur Verfügung stehenden Maschinenfunktionen nutzen. Signifikanter ist das Verhältnis bei chinesischen Kunden aus dem mittleren Marktsegment, denn hier nutzen 68 % der Kunden weniger als 70 % der in einer Maschine enthaltenen Funktionen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 68 % der chinesischen Kunden kein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis von den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern geliefert bekommen.

Dementsprechend stellt sich die Frage, wie eine Reduktion ökonomisch unvorteilhafter Maschinenfunktionen mit der Einbindung in die jeweilige Modularisierungsstrategie des Unternehmens gelingen kann. Darüber hinaus gilt es, eine adäquate Produktarchitektur für die Volumenmärkte des mittleren Segments zu konzipieren, um dort wettbewerbsfähig sein zu können. Mit diesen und weiteren Themen (siehe Auflistung) beschäftigen wir uns im Forschungsschwerpunkt „Produktionssystem“.
 

Forschungsschwerpunkte und Kernkompetenzen:

  • Modularisierungs- und Standardisierungsstrategien
  • Konzipierung kostenreduzierter Einstiegsmaschinen
  • Systematische Eliminierung ökonomisch unvorteilhafter Maschinenfunktionen
  • Kostenorientierte Produktentwicklung
  • Produkt Compliance Anforderungen (abstimmen der Maschinen, Anlagen und Geräten auf die lokalen Sicherheitsbestimmungen der Zielmärkte)

Das mittlere Marktsegment im Maschinen- und Anlagenbau wird global zunehmend von Wettbewerben aus Schwellenländern fokussiert. Diese Wettbewerber können sich aufgrund vorteilhafter Kostenstrukturen erfolgreich am Markt platzieren. Die Digitalisierung u.a. in Form von Industrie 4.0 eröffnet Maschinen- und Anlagenbauern Möglichkeiten diesem Wettbewerbsdruck entgegenzuwirken und insbesondere preissensitive Kunden im mittleren Marktsegment mit ihren Produkten zu adressieren, während Over-Engineering vermieden wird.

Unternehmen können in vielfältiger Weise dabei unterstützt werden, Maschinen und Anlagen anforderungsgerecht auszulegen. Die Ausstattung von Maschinen und Anlangen mit geeigneter Sensorik zur Erfassung der realen Produktnutzung beim Kunden stellt hierfür eine wichtige Ausgangslage dar. Zusätzlich kann beim Aufbau einer IT-Plattform zur Identifikation von Kundenanforderungen und der lokalen Nutzungsumgebung im Zielmarkt unterstützt werden. Ebenso die Realisierung einer benutzerfreundlichen Bedienung von Maschinen und Anlagen ist ein zentraler Baustein einer frugalen Lösung.
 

Forschungsschwerpunkte und Kernkompetenzen:

  • Digitalisierung des Entwicklungsprozesses
  • Sensorische Erfassung der Produktnutzung beim Kunden
  • Plattformen zur Ermittlung von Kundenanforderungen und des Nutzungskontexts
  • Gestaltung benutzerfreundlicher Bedienkonzepte (HMI)